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29.10.2020
Minister Glauber will Zukunft der Wasserversorgung in Bayern sichern

München (Der Neue Tag - 29.10.2020)

Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) sieht in der Sicherung der Wasserversorgung für ganz Bayern neben Klima- und Artenschutz die wichtigste umweltpolitische Herausforderung der Zukunft. Wegen der zunehmenden Trockenheit brauche es vor allem für den Norden Bayerns zusätzliche Anstrengungen, sagte Glauber in einer Regierungserklärung vor dem Landtag. Neben einer klimasicheren Überleitung von Wasser aus dem regenreicheren Süden seien zusätzliche Wasserspeicher an den Oberläufen der fränkischen Flüsse nötig. Glauber kündigte dafür einen "Generalplan Niedrigwasserspeicher" an.

Wegen der fehlenden Niederschläge drohe nicht nur ein Austrocknen der Böden mit gravierenden Folgen für Landwirtschaft und Vegetation, in Teilen des Freistaat sei man zudem "auf dem Weg in einen Grundwassernotstand". Um die Herausforderungen zu meistern, will Glauber bis Ende kommenden Jahres das Programm "Wasserzukunft Bayern 2050" auflegen, das sich außer dem Thema Wasserspeicherung auch der Wasserverteilung, der Bewässerung und dem Trinkwasserschutz widmen soll. Nötig sei ein Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro sowie zusätzliches Personal in den Wasserwirtschaftsämtern. Dort seien als Folge der Stoiber´schen Verwaltungsreform zuletzt zu viele Stellen abgebaut worden.

Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann rief Glauber zu "überzeugendem und mutigen Handeln" auf. Der Trinkwasserschutz sei bei der Staatsregierung "nicht mal Nebensache", wie ein Blick auf weiter vielerorts deutlich zu hohe Nitratbelastung des Grundwasser zeige. Die Neuausweisung von Schutzgebieten komme aus Furcht vor dem Protest von Lobbygruppen seit Jahren nicht voran. "Die Staatsregierung betreibt Umweltschutz nur dort, wo er nicht stört", kritisierte Hartmann. Sollte sich daran nichts ändern, stellte er ein neuerliches Öko-Volksbegehren in Aussicht.

Auch Florian von Brunn (SPD) meinte, Glauber fehle der "Mut zu einer entschlossenen und nachhaltigen Umweltpolitik". Um Bayerns Zukunft nachhaltig, klimafreundlich und sozial zu gestalten, regte von Brunn die Einsetzung einer mit externen Fachleuten besetzten Expertenkommission des Landtags an. Der FDP-Abgeordnete Christoph Skutella warf Glauber vor, sich im umweltpolitischen Kleinklein zu verlieren. "Wir brauchen mehr effektiven statt plakativen Umweltschutz", sagte Skutella. 

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