10.01.2019
Für regionale Energie, gegen Flutpolder

Die Freien Wähler tagen in Straubing und diskutieren über erneuerbare Energien und den Verzicht auf drei Flutpolder. Die Abgeordneten beschäftigten sich aber auch mit ihren Wahlversprechen.

Straubing (Der Neue Tag - 10.01.2019)

Die Freien Wähler wollen der Nutzung erneuerbarer Energien aus heimischer Produktion neuen Schwung verleihen. „Die Rohstoffwende ist der zentrale Hebel, um in Zukunft nachhaltiger zu wirtschaften und die Umwelt zu schonen“, erklärte FW-Fraktionschef Florian Streibl nach einem Besuch des Kompetenzzentrums für nachwachsende Rohstoffe in Straubing. Dort begann am Mittwoch die FWWinterklausur. Streibl sprach sich für eine Renaissance von Hackschnitzelheizanlagen aus. Dank neuer Technologien würde diese effizienter und umweltschonender arbeiten. „Wir müssen den Rohstoff Holz, der vor unserer Haustüre wächst, wieder stärker in den Fokus nehmen“, sagte Streibl.


Chancen sah Streibl zudem im weiteren Ausbau von Biogasanlagen zur Strom- undWärmeerzeugung. Im Kompetenzzentrum werde an Pflanzen geforscht, die als Energiegewächse die Maismonokulturen ablösen könnten. Auch müsse Rapsöl als Bio-Diesel eine neue Chance bekommen. Damit ließen sich nicht nur Landmaschinen ökologisch antreiben, mit dem alternativen Kraftstoff könnten womöglich auch Diesel-Fahrverbote vermieden werden. „Jeder Cent, den wir in eine bayerische Kreislaufwirtschaft stecken, ist gut aufgehoben“, erklärte Streibl. Es sei besser, auf lokale Produkte zu setzen, als auf Energieimporte aus dem Ausland oder Norddeutschland angewiesen zu sein.



Zur Diskussion um die geplanten Flutpolder in Bertoldsheim (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) sowie in Eltheim und Wörthhof (Kreis Regensburg), auf deren Verzicht sich Freie Wähler und CSU im Koalitionsvertrag geeinigt hatten, sagte Aiwanger, es gebe bessere Alternativen. Als Beispiel nannte er die Staustufensteuerung durch rechtzeitiges Absenken des Wasserspiegels. „Bei den Flutpoldern haben wir das Dilemma, dass sie im Raum Regensburg 1300 Hektar Fläche benötigen und Hunderte Millionen Euro kosten – und dann streiten Experten, ob es 10 oder 15 Zentimeter sind, die sie 50 Kilometer flussabwärts bewirken.“ Polder sind eingedeichte Rückhalteflächen, die bei Hochwasser geflutet werden können und so erheblicheWassermassen aus den Flüssen nehmen.



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